Anfang Februar präsentieren wir die Komödie Der gute Mensch von Sezuan von Bertolt Brecht. Diesmal passenderweise im Theater des Brechtbau in der Wilhelmstraße 50 auf, vom 4. bis 8. Februar.
Beginn ist jeden Abend um 19:30 Uhr - außer zur Derniere am Sonntag, da geht es schon um 16:00 Uhr los. Die Abendkasse öffnet jeweils eine halbe Stunde vorher, Karten kosten einheitlich 8€. Reservierungswünsche bitte über das Kontaktformular, Kategorie Reservierungen.
„Etwas muss falsch sein an eurer Welt. Warum ist auf die Bosheit ein Preis gesetzt und warum erwarten den Guten so harte Strafen?“
Auf der Mission in einer korrupten, verkommenen Welt noch einen guten Menschen zu finden, treffen drei Götter in der verarmten und dadurch gänzlich verrohten Stadt Sezuan auf die junge Frau Shen Te. Als Einzige bereit ihnen ein Nachtquartier anzubieten, wird sie zur letzten Hoffnungsträgerin der Götter, die ihr auftragen, den Armen der Vorstädte eine Zuflucht zu sein– und zur Zielscheibe einer Welt, die Nächstenliebe gnadenlos ausnutzt.
Denn Gutsein hat seinen Preis in der kapitalistischen Welt. Wer teilt, verliert. Wer hilft, geht unter. Wie kann man geben, wenn man selbst kaum überlebt und die Welt stets dem Stärkeren gehört?
Zwischen göttlichem Auftrag und Existenzangst verstrickt sich Shen Te immer weiter in einem Gebilde aus Lügen, doppeltem Spiel und Ausbeuterei. Denn „Die Guten können in unserem Lande nicht lang gut bleiben. Wo die Teller leer sind, raufen sich die Esser. Die Gebote der Götter helfen nicht gegen den Mangel“, vor allem dann nicht, wenn diese sich bereits geeinigt haben, dass es nicht das System ist, das faul ist…
Bertolt Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“, uraufgeführt 1943, ist ein bitterkomisches, hochaktuelles Theaterstück über Moral, Geld und Überleben. Mit scharfem Witz und dunklem Humor stellt es die Frage, wie „gut zu sein und doch zu leben“ in einem unmenschlichen System, in dem nur Geldwert zählt, funktionieren soll.