Anfang Februar 2026 präsentierten wir die Komödie Der gute Mensch von Sezuan von Bertolt Brecht, diesmal passenderweise im Theater des Brechtbau.
„Etwas muss falsch sein an eurer Welt. Warum ist auf die Bosheit ein Preis gesetzt und warum erwarten den Guten so harte Strafen?“
Auf der Mission in einer korrupten, verkommenen Welt noch einen guten Menschen zu finden, treffen drei Götter in der verarmten und dadurch gänzlich verrohten Stadt Sezuan auf die junge Frau Shen Te. Als Einzige bereit ihnen ein Nachtquartier anzubieten, wird sie zur letzten Hoffnungsträgerin der Götter, die ihr auftragen, den Armen der Vorstädte eine Zuflucht zu sein– und zur Zielscheibe einer Welt, die Nächstenliebe gnadenlos ausnutzt.
Denn Gutsein hat seinen Preis in der kapitalistischen Welt. Wer teilt, verliert. Wer hilft, geht unter. Wie kann man geben, wenn man selbst kaum überlebt und die Welt stets dem Stärkeren gehört?
Zwischen göttlichem Auftrag und Existenzangst verstrickt sich Shen Te immer weiter in einem Gebilde aus Lügen, doppeltem Spiel und Ausbeuterei. Denn „Die Guten können in unserem Lande nicht lang gut bleiben. Wo die Teller leer sind, raufen sich die Esser. Die Gebote der Götter helfen nicht gegen den Mangel“, vor allem dann nicht, wenn diese sich bereits geeinigt haben, dass es nicht das System ist, das faul ist…
Bertolt Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“, uraufgeführt 1943, ist ein bitterkomisches, hochaktuelles Theaterstück über Moral, Geld und Überleben. Mit scharfem Witz und dunklem Humor stellt es die Frage, wie „gut zu sein und doch zu leben“ in einem unmenschlichen System, in dem nur Geldwert zählt, funktionieren soll.
Ensemble
| Shen Te alias Shui Ta |
Laura Steinmayer López |
| Wang |
Thomas Rösner |
| Yang Sun |
Luell My Schanbacher |
| Shu Fu |
Mirar Krumm |
| Mi Tzü |
Chanel Phung |
| Shin |
Hanna Weiß |
Polizist,
Lin To |
Mischa Dubovoy |
Frau Yang,
Teppichhändlerin,
Schwägerin |
Eva Link |
Mann,
Vorarbeiter,
Bonze |
Johann Ullrich |
| Frau |
Christina von Jasienicki |
Junge,
Arbeitsloser |
Magnus Cunow |
| Großmutter |
Oda Wolff |
| Götter |
Hannah Schmieg |
| Regie |
Carlotta Strümper |